Presse-Informationen

Medienecho/Echo in the media

Lesen/view

[Presse-Nachricht vom 19.3.2012] Neutrinos nicht schneller als Licht
[Press-Release 19th March 2012] Neutrinos not faster than light


Presse-Nachricht Lesen
Read press release

[Presse-Nachricht vom 3.3.2012] 50. Internationale Universitätswochen für Theoretische Physik "Prospects of Particle Physics" in Schladming beendet

Presse-Nachricht Lesen

[Presse-Nachricht vom 28.2.2012] 50. Internationale Universitätswochen für Theoretische Physik "Prospects of Particle Physics": Einstein behält schließlich doch recht: Nobelpreisträger Prof. C. Rubbia zu Neutrino-Experimenten im Gran-Sasso Untergrundlaboratorium

Presse-Nachricht Lesen

[Presse-Nachricht vom 26.2.2012] 50. Internationale Universitätswochen für Theoretische Physik "Prospects of Particle Physics": Nobelpreisträger Prof. G. 't Hooft hält Vorlesungen über Quantentheorie der Gravitation

Presse-Nachricht Lesen

[Presse-Nachricht vom 26.2.2012] 50. Internationale Universitätswochen für Theoretische Physik "Prospects of Particle Physics" in Schladming eröffnet

Presse-Nachricht Lesen

Allgemeine Presse-Informationen

Download der untenstehenden Informationen als pdf Datei.

Hochrangige Vortragende bei Physik-Winterschule in Schladming

50. Internationale Universitätswochen für Theoretische Physik
"Prospects of Particle Physics"
25.2. - 3.3.2012, Schladming, Stadtsaal

Von 25.2. bis 3.3.2012 finden in Schladming die 50. Internationalen Universitätswochen für Theoretische Physik statt - in der internationalen Fachwelt allgemein bekannt als "Schladming Winter School". Sie stehen unter dem Generalthema "Prospects of Particle Physics". Über 160 Physiker/innen aus 27 Nationen treffen sich für eine Woche, um den aktuellen Stand der Forschungen und die zukünftigen Entwicklungen der Physik der Elementarteilchen zu besprechen.
Detailinformationen finden sich auf dem Internet-Server der Winterschule:
http://physik.uni-graz.at/schladming2012

Zukunftsaspekte der Elementarteilchenphysik

Anlasslich des 50-Jahr-Jubilaums widmen sich die Universitatswochen den aktuell besonders drangenden, aber zugleich auch schwierigsten, Problemen der Elementarteilchenphysik. Deren Losungen werden weltweit an vielen Forschungsstatten und an den grosten Teilchenbeschleunigern, wie etwa dem CERN in Genf oder dem FERMILAB in Chicago, USA, versucht. Es handelt sich dabei insbesondere um:

Seit 1962 mit großer Tradition

Die Internationalen Universitätswochen für Theoretische Physik der Karl-Franzens- Universität Graz werden als Winterschule nun bereits zum 50. Male abgehalten. Seit 1962 haben sich alljährlich namhafte Vortragende in Schladming eingefunden, um in Vorlesungen die jeweils neuesten Erkenntnisse der Teilchenphysik einem breiteren Auditorium, hauptsächlich bestehend aus jüngeren Wissenschafter/innen, nahe zu bringen. Bis dato waren bereits 10 Nobelpreisträger unter den Vortragenden, einige sogar mehrmals.

Wahrscheinlich handelt es sich bei den Universitätswochen für Theoretische Physik um die am längsten bestehende, weltweit bekannte, österreichische Wissenschaftsveranstaltung. Ähnliche Schulen, Konferenzen oder sonstige Meetings mit einer derart langen Tradition und ähnlich hohem Renommee gibt es, auch international gesehen, nur ganz wenige. Anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums ergibt sich auch die Gelegenheit auf die Bedeutung der Winterschule in den letzte Jahrzehnten zurück zu blicken. Dieser Aufgabe widmet sich Prof. Herbert Pietschmann von der Universität Wien in einer gesonderten Vorlesung "Half a Century of Schladming Winter Schools".

Aktuelle Thematik 2012

Traditionell befasst sich die Schladming-Winterschule mit aktuellen Forschungen in der Teilchenphysik und dabei mit einem starken Fokus auf zu erwartende zukünftige Entwicklungen. Gerade jetzt, wo die neuesten Ergebnisse vom Beschleuniger LHC (Large Hadron Collider) am CERN in Genf ausgewertet und verfügbar werden und zudem die Neutrino-Experimente am italienischen Gran-Sasso-Laboratorium im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, bleiben viele brennende Fragen.

Existenz des Higgs-Teilchens:

Das Standardmodell der Teilchenphysik fasst unsere derzeitige Kenntnisse über die kleinsten Bestandteile der Materie und ihre Wechselwirkungen zusammen. Es fehlt im experimentellen Nachweis als einziges das sog. Higgs-Teilchen, welches bereits 1964 postuliert wurde. Die Jagd nach dem Higgs war ein wesentlicher Grund für den Bau des LHC am CERN. Seit nunmehr zwei Jahren werden in hochenergetischen Teilchenkollisionen Daten gesammelt, die derzeit in Auswertung sind. Frau Prof. Pippa Wells vom CERN berichtet in Schladming über die bisher erhaltenen experimentellen Aufschlüsse.

Supersymmetrische Teilchen:

Ebenfalls am LHC in Genf werden supersymmetrische Teilchen gesucht. Nach der Theorie der Supersymmetrie, einer Symmetrie zwischen Bosonen und Fermionen, die federführend vom österreichischen Physiker Julius Wess vorgeschlagen wurde, sollte es zu jedem uns bereits bekannten Teilchen einen supersymmetrischen Partner geben, also beispielsweise zu einem Quark (Fermion) ein Squark (Boson) oder zu einem Photon (Boson) ein Photino (Fermion) u.s.w. Der Stand der Entdeckung supersymmetrischer Teilchen wird ebenfalls von Frau Pippa Wells referiert.

Lösung der Quantenchromodynamik (QCD):

Die QCD, als fundmentale Theorie der starken Wechselwirkung (d.h. auch der Kräfte im Atomkern), wurde bereits vor 40 Jahren vorgeschlagen. Bis heute ist es nicht gelungen, sie mit all ihren Eigenheiten, vor allem des sog. Confinements (Quark- und Gluonen-Einschluss) sowie der spontanen Brechung der chiralen Symmetrie, zu lösen. Die QCD wurde als eines der sog. Millenniumsprobleme identifiziert, für dessen Lösung vom amerikanischen Clay Institute eine Belohnung von 1 Million Dollar ausgeschrieben wurde. Prof. Leutwyler von der Universität Bern, einer der Mitentwickler der QCD hält Vorlesungen über die Fortschritte in der Behandlung dieser Wechselwirkungstheorie.

Neutrinos:

Vor langer Zeit schon dachte man, Neutrinos in ihrer Einordnung in das Standardmodell und in ihren Eigenschaften ziemlich vollständig verstanden zu haben, waren doch die Elektron-Neutrinos vom österreichischen Physiker Wolfgang Pauli bereits in den 30-iger Jahren des vorigen Jahrhunderts eingeführt und danach auch experimentell nachgewiesen worden. Doch mit dem experimentellen Befund der Neutrinoszillationen Anfang dieses Jahrhunderts zeigten sich Neutrinos mehr und mehr rätselhaft. Besondere Aktualität erlangte die Neutrinoforschung kürzlich mit dem Verdacht auf Überlichtgeschwindigkeit von Neutrinos im OPERA-Experiment im Gran-Sasso-Laboratorium (was gerade in diesen Tagen mit dem Hinweis auf mögliche Messfehler in Zweifel gezogen wurde). Über Neutrino-Experimente, die komplementär zu OPERA im ICARUS-Experiment im Gran-Sasso-Laboratorium durchgeführt werden, berichtet Prof. Carlo Rubbia vom CERN bzw. den LNGS.

Entstehung von Masse:

Üblicher Weise wird der Higgs-Mechanismus für die Entstehung der Massen der Elementarteilchen als grundlegend angesehen. Was aber, wenn das Higgs-Teilchen nicht existiert oder nicht in der erwarteten Form existiert. Welche Mechanismen gibt es als Alternativen? Wie wären dann die Experimente an den großen Teilchenbeschleunigern zu interpretieren und in welche Form wäre dann das Standardmodell der Teilchenphysik abzuändern bzw. zu erweitern. Diese Fragen stehen im Zentrum der Vorlesungen von Prof. Francesco Sannino von der University of Southern Denmark in Odense.

Dunkle Materie:

All unsere Kenntnisse der gesamten Materie im Kosmos beziehen sich auf nur 4% davon (sichtbare Materie). Der Rest von 96% sind Dunkle Materie und Dunkle Energie, die sich bisher einem experimentellen Nachweis entzogen haben. Viele Experimentieranlagen sind aktuell auf der Suche nach den Teilchen der Dunklen Materie. U.a. wird ebenfalls am Gran-Sasso-Laboratorium versucht, Hinweise auf die Art und Wechselwirkung Dunkler Materie zu finden. Prof. Manfred Lindner vom MPI Heidelberg hält darüber Vorlesungen.

Quantengravitation:

Die Gravitation (Schwerkraft) ist die der Menschheit am längsten bekannte Naturkraft. Bis heute ist es nicht gelungen, eine fundamentale Theorie der Gravitation zu finden, die auf mikroskopischem Niveau im Einklang mit der Relativitätstheorie und der Quantentheorie formuliert ist. Damit bleiben wesentliche Phänomene aus unsere Beobachtung des Weltalls unverstanden, allen voran etwa die sog. Schwarzen Löcher. Aber auch die Frage nach einer Vereinheitlichung aller Naturkräfte über das derzeitige Standardmodell hinaus, stockt an dieser Stelle. Prof. Hermann Nicolai vom Einstein-Institut in Potsdam- Golm und Prof. Gerard 't Hooft vom Spinoza-Institut der Universität Utrecht halten in Schladming Vorlesungen zur Quantengravitation.

Fundierung und Erweiterung der Quantenfeldtheorie:

Nicht zuletzt in Anbetracht der Forderung nach eine Quantentheorie der Gravitation erhebt sich auch die Frage nach einer axiomatisch verlässlichen, umfassenden Quantenfeldtheorie. Bisher konnten die elektromagnetische, die schwache sowie die starke Wechselwirkung erfolgreich innerhalb der Quantenfeldtheorie formuliert und beschrieben werden. Jedoch bleiben auch aus diesen Bereichen viele Probleme offen, die sich insbesondere auf die Lösbarkeit von Quantenfeldtheorien beziehen. Hier schließt sich nicht nur der Kreis zur Behandlung der QCD, sondern es wird auch klar, dass eine Weiterentwicklung von Quantenfeldtheorien ansteht. Über diese Problemkreise hält Prof. Harald Grosse von der Universität Wien Vorlesungen auf der Winterschule.

Format und Programm der Winterschule

Für 2012 wurden entsprechend den oben ausgeführten Problemkreisen neun Hauptvortragende (Lecturer) eingeladen, die ihre Themen in drei bis vier Vorlesungsstunden abhandeln. Insbesondere konnten für die 50. Internationalen Universitätswochen als Lecturers zu den im Folgenden angegebenen Vorlesungstiteln gewonnen werden:

Darüber hinaus werden von einzelnen Teilnehmern/innen ca. 40 Seminare gehalten sowie mehr als 30 Poster-Beiträge präsentiert. Alle Vorlesungen und Seminare sowie Diskussionen werden auf englisch gehalten.

1) Nobelpreis für Physik 1999 (zusammen mit M.J.G. Veltman) "for elucidating the quantum structure of electroweak interactions in physics"

2) Nobelpreis für Physik 1984 (zusammen mit S. van der Meer) "for their decisive contributions to the large project, which led to the discovery of the field particles W and Z, communicators of weak interaction"

Veröffentlichung der Ergebnisse

Den Teilnehmer/innen der Winterschule werden begleitend zu den Vorträgen Lecture Notes zur Verfügung gestellt. Diese sollen ihnen noch während der Tagung eine besonders effektive und nachhaltige Auseinandersetzung mit den Themen der Vorlesungen ermöglichen. Um die Ergebnisse der Universitätswochen auch der gesamten internationalen Gemeinschaft von einschlägig forschenden Wissenschaftern/innen zugänglich zu machen, werden die Proceedings im Rahmen einer Zeitschriftenreihe als Sonderband veröffentlicht. Seit dem Beginn der Universitätswochen 1962 sind sämtliche Proceedings in Buchform sowie die neueren zusätzlich auch elektronisch verfügbar.

Über 160 Teilnehmer/innen

Die Internationalen Universitätswochen für Theoretische Physik richten sich in erster Linie an ein jüngeres Publikum (fortgeschrittene Diplomanden/innen, Dissertanten/innen und Post-Docs). Im Jahr 2012 kommen die Teilnehmer/innen aus weltweit 27 Nationen. Die Schladming-Winterschule trägt damit wesentlich zum Knüpfen von Kontakten unter Physiker/innen am Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere bei. Gerade auch letzterer Aspekt ist für die heimischen Teilnehmer/innen und hier gerade fuur die Mitglieder des am Institut für Physik der Universität Graz laufenden FWF-Doktoratskollegs "Hadronen im Vakuum, in Kernen und Sternen" (http://physik.uni-graz.at/itp/doktoratskolleg/index.php) besonders wichtig, da die darin forschenden Dissertanten/innen an ein Netzwerk junger Nachwuchs-Wissenschafter/innen herangebracht werden.

Vergabe von Stipendien zur Teilnahme

Entsprechend der Tradition der Universitätswochen werden aus Mitteln der Karl-Franzens- Universität Graz, aus Subventionen des Landes Steiermark sowie des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung Stipendien an fortgeschrittene, besonders begabte Studierende und Nachwuchs-Wissenschafter/innen aus Österreich, den (neuen) EUMitgliedsländern und entwicklungsbedürftigen Staaten vergeben. Damit soll dem viel versprechenden Nachwuchs an der Universität sowie unterstützungsbedürftigen Kollegen aus dem Ausland die Teilnahme erleichtert bzw. ermöglicht werden.

Veranstalter

Formal werden die Universitätswochen in Schladming von der Karl-Franzens-Universität Graz, mit dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung als Mitveranstalter, ausgerichtet, wobei die Theorie-Abteilung am Institut für Physik die ausführende Organisation stellt. Die Kosten werden über Teilnahmegebühren sowie Geldbeiträge aus folgenden Quellen bestritten:

Als Unterstützer mit weiteren Geld- oder Sachbeiträgen agieren:

Weiter führende Informationen

Zusätzliche Informationen über die 50. Internationalen Universitätswochen für Theoretische Physik sowie weiter führende Links finden sich auf der Web-Seite:
http://physik.uni-graz.at/schladming2012

Kontakt

Direktor der 50. Internationalen Universitätswochen 2012
Univ.-Prof. Dr. Willibald Plessas
Theoretische Physik / Institut für Physik
Karl-Franzens-Universität Graz
Universitätsplatz 5
8010 GRAZ
Tel.: + 43 316 380-5231
E-Mail: plessas@uni-graz.at