DI Dr. Werner Magnes
Führung durch das Magnetometerlabor

Institut für Weltraumforschung, Österreichische Akademie der Wissenschaften

Magnetfelder spielen eine wesentliche Rolle bei der Entstehung und Ausbreitung des Sonnenwindes und dessen Wechselwirkung mit Planeten, Monden, Asteroiden und Kometen. Die Untersuchung der Magnetfelder in der Umlaufbahn und auf der Oberfläche von Himmelskörpern gibt sowohl Aufschluss über die Herkunft des internen Magnetfeldes (aktiver Dynamo oder magnetisiertes Gestein) als auch über die Natur externer Magnetfelder (ionosphärische oder magnetosphärische Stromsysteme).

Das Magnetometerteam der Abteilung für Experimentelle Weltraumforschung des Instituts für Weltraumforschung (IWF) ist eine von nur fünf Forschungsgruppen weltweit , die in der Lage sind, Instrumente zur Untersuchung planetarer und interplanetarer Magnetfelder an Bord von Satelliten, Ballonen, Planetensonden und Oberflächenstationen zu entwickeln, zu bauen und deren Daten auszuwerten.

Zurzeit befinden sich sechs in Graz (mit-)entwickelte Magnetometer in einer elliptischen Umlauf­bahn um die Erde. Es handelt sich dabei um die vier Cluster-Satelliten der Europäischen Weltraumagentur (ESA) und um zwei Satelliten der europäisch-chinesischen Kooperation Double Star. Ein weiteres Magnetometer hat am 11. April 2006 an Bord der ESA-Sonde Venus Express unseren Nachbarplaneten Venus erreicht und zwei Geräte befinden sich seit über zwei Jahren auf dem Weg zum Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko. Die Magnetometer für die NASA Fünfsatelliten-Mission Themis wurden kürzlich auf den Satelliten montiert und werden Ende Oktober 2006 in die Erdumlaufbahn gestartet. Alle hier erwähnten Magnetometer wurden in einer intensiven Zusammenarbeit mit dem Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik der Technischen Universität Braunschweig gebaut.

Derzeit entwickelt das Magnetometerlabor im Auftrag der ESA und in Zusammenarbeit mit den Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen einen ‚Magnetometer Front-end ASIC', der von der Firma austriamicrosystems in Unterpremstätten bei Graz gebaut wird und mit dem die Sensorelektronik noch wesentlich kleiner und leistungssparender aufgebaut werden kann.

Potentielle Missionen für den neuen Chip sind die NASA Viersatelliten-Mission MMS und ein kanadisches Nano-Satelliten-Projekt zum Mars.

Im Rahmen der Führung durch das Magnetometerlabor wird die Entwicklungstätigkeit und die dafür benötigte Testeinrichtung vorgestellt. Weiters erfolgt eine Präsentation von Reserve-Geräten jener Magnetometer die sicht bereits aktiv im Weltraum befinden.
 
Magentometer Venus-Express

Chiptest

Testkammer

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