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Mittwoch, 27.05.2015

Zur besseren Weltraumwetter-Prognose

Der Sonnensturm vom 7. Jänner 2014 entstand aus einem koronalen Massenauswurf in Richtung Erde, wurde aber offenbar abgelenkt. Foto: Solar Dynamics Observatory, NASA

Der Sonnensturm vom 7. Jänner 2014 entstand aus einem koronalen Massenauswurf in Richtung Erde, wurde aber offenbar abgelenkt. Foto: Solar Dynamics Observatory, NASA

Studie liefert neue Erkenntnisse über die Ausbreitung von Sonnenstürmen

Im Jänner 2014 sorgte ein gewaltiger Sonnensturm für Überraschung. Obwohl er genau auf die Erde gerichtet zu sein schien, kam er hier offenbar nicht an, da keinerlei Auswirkungen zu spüren waren. Ein internationales Team von WissenschafterInnen unter der Leitung des Grazer Instituts für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften machte sich daraufhin auf die Suche nach den Ursachen. Unter ihnen Dr. Christian Möstl, Priv.-Doz. Dr. Manuela Temmer und Dissertant Martin Reiß, MSc, AstrophysikerInnen am IWF und an der Karl-Franzens-Universität Graz. Ihre Studie, die soeben in Nature Communications veröffentlicht wurde, brachte neue Erkenntnisse über die Entstehung und Entwicklung von Sonnenstürmen. Diese tragen dazu bei, Weltraumwetter-Prognosen zu verbessern, um möglichen Gefahren und Schäden in Folge von Sonnenstürmen vorbeugen zu können.

„Bei unseren Forschungen haben wir überraschender Weise festgestellt, dass Magnetfelder in der Nähe der Entstehungsregion von Sonnenstürmen solche ,Unwetterfronten‘ stärker ablenken können, als bisher bekannt war“, fasst Christian Möstl die zentrale Erkenntnis der aktuellen Studie zusammen. Das war auch im Jänner 2014 der Fall, wie die WissenschafterInnen anhand von Daten sieben verschiedener Raumsonden zeigen konnten.

Sonnenstürme entstehen alle paar Tage durch so genannte koronale Massenauswürfe. Das sind Ausbrüche von Sonnen-Plasma – mehrere Millionen Grad Celsius heißes, gasförmiges Material aus geladenen Teilchen –, bei denen Wolken aus Plasma mit Millionen von Stundenkilometern in den Weltraum geschleudert werden. Trifft ein solcher Sonnensturm auf das Magnetfeld der Erde, können nicht nur Polarlichter entstehen. Auch Störungen von Satelliten, Behinderungen des Flugverkehrs sowie weiträumige Stromausfälle sind mögliche Folgen.
Aus diesem Grund haben exakte Prognosen über die Ausbreitung von Sonnenstürmen große Bedeutung. Die vorliegende Studie liefert wesentliche Grundlagen dafür.

Publikation:
Möstl C., T. Rollett, R.A. Frahm, Y.D. Liu, D.M. Long, R.C. Colaninno, M.A. Reiss, M. Temmer, C.J. Farrugia, A. Posner, M. Dumbović, M. Janvier, P. Démoulin, P. Boakes, A. Devos, E. Kraaikamp, M.L. Mays, B. Vršnak: Strong coronal channeling and interplanetary evolution of a solar storm up to Earth and Mars, Nat. Comm., 7, 7135, doi:10.1038/ncomms8135, 2015.

 

ORF Science Bericht

 

Erstellt von Gudrun Pichler

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