Der spanische Ramón y Cajal Preis umfasst eine fünfjährige Tenure Track Stelle samt Forschungsbudget an einer spanischen Forschungsrichtung. Pamina M. Winkler überzeugte das Auswahlkomitee mit ihrer Arbeit zur Untersuchung der Dynamik von Proteinen unter dem Einfluss von molekularen « Influencern ». Ihr Ziel ist es zu verstehen, wie das dynamische Verhalten von Proteinen, Lipiden und anderen Molekülen die räumlich-zeitliche Organisation reguliert und letztlich biologische Funktionen bestimmt. Bis heute ist dabei noch vieles unverstanden und die offenen Fragen verlangen nach kombinierten Methoden aus der Biophysik, Mikroskopie und physikalischen Chemie.
Eben ein interdisziplinäres Forschungsportfolio ist es, was Pamina M. Winkler auszeichnet. Im Jahr 2015 schloss sie das Physikstudium an der Universität Graz mit einer Masterarbeit in der Nanooptik Gruppe des Physikinstituts ab, in Zusammenarbeit mit der Université Paris-Diderot. Für ihre Dissertation (2015-2020) ging sie an das ICFO in Barcelona, wo sie die Dynamik biologischer Membranen in lebenden Zellen auf der Nanometerskala sichtbar machte. Dazu kombinierte sie planare plasmonische Goldantennen mit Fluoreszenz-Korrelationsspektroskopie und Rasterkraftmikroskopie. Für ihre Arbeit wurde sie mit dem ICFO Thesis Award (2020), sowie dem UPC Special Doctoral Award (2022) ausgezeichnet.
2021 wechselte Pamina M. Winkler an die EPFL (Lausanne) in die Gruppe von Prof. Stellacci, wo sie ihre Expertise auf Methoden der physikalischen Chemie und Biophysik erweiterte. Gemeinsam mit ihren Kollegen zeigte sie federführend, dass Aminosäuren schwach wechselwirkende Nano-Objekte wie Proteine stabilisieren können, was unter anderem im Fachjournal Nature (2025) publiziert wurde. 2025 ging sie an die Universität Wien, wo sie ihre Expertise zur Untersuchung von Bindungskinetiken und Aggregationsprozessen von Proteinen, die mit neurodegenerativen Erkrankungen assoziiert sind, einsetzte.
Für ihre kommenden Forschungsvorhaben wählte sie das Center for Cooperative Research in Biomaterials (CIC biomaGUNE) im spanischen San Sebastián, wo sie bereits im Mai 2025 mit einem Ikerbasque Research Fellowship zu forschen begann. Das CIC biomaGUNE ist ein renommiertes Forschungsinstitut mit Schwerpunkten in biofunktionellen Nanomaterialien, synthetischem Bioengineering sowie molekularer und funktioneller Bildgebung. Dort ist Pamina M. Winkler nunmehr dabei, als tenure track Assistenzprofessorin ihre eigene interdisziplinäre Forschungsgruppe aufzubauen, die sich der Aufklärung der Dynamik von Proteininteraktionen mithilfe interdisziplinärer Methoden widmet. Ein klares Ziel ist es, translationale Fortschritte in der Biomedizin und für die menschliche Gesundheit zu erzielen.