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Hier ist der Dreh drin

Montag, 01.12.2014, uni.on > Mitarbeiten, Mitarbeiten

32 Jahre Lehrlingsausbildung am Institut für Physik. Ein Lokalaugenschein

Wenn an der Uni Graz Preise an MitarbeiterInnen für herausragende Leistungen verliehen werden, stammen sie (meist) aus den Händen von Kurt Ansperger und seinem Team. Der gelernte Maschinenfertigungstechniker und Werkzeugmacher und seine Kollegen bauen im Feinmechanischen Labor am Institut für Physik Apparaturen für ausgefeilte physikalische Versuche, setzen Gedankenexperimente von WissenschafterInnen in Stahl, Aluminium und Schrauben – sprich in die Realität – um, entwerfen ausgeklügelte Spielereien und bilden seit nunmehr 32 Jahren Lehrlinge aus. Gemeinsam mit seinen ehemaligen „Schützlingen“ Robert Holzapfel und Uwe Weilguny gibt er sein umfangreiches Wissen an die nächste Generation weiter. „Bei uns geht es sehr familiär zu“, beschreibt der Meister den Alltag in der Werkstätte. Und dabei meint er besonders den Umgang mit seinen „Buam“, mit Marco Barger, Christoph Wiedner und Stefan Wohlkinger. Die drei Lehrlinge arbeiten unter den Argusaugen ihrer Ausbilder und lernen einiges über Werkzeuge, Materialien und Physik und das Leben.


Seit 1982 wird im Feinmechanischen Labor Lehrlingsausbildung betrieben, 25 waren es bis heute und alle vier Jahre am 1. Oktober wechseln sie. „Viele unserer ehemaligen Lehrlinge arbeiten in Labors an der Uni Graz oder kommen in der Privatwirtschaft, wie zum Beispiel bei der Grazer Firma Anton Paar, unter“, erzählt Ansperger mit Stolz. Feinmechanik und genaues Messen sowie Schweißen stehen im Zentrum der Ausbildung: beim Drehen und Fräsen geht es um jeden Millimeter. Das Wissen, welches in der Grazer Werkstätte vermitteln wird, spielt sich aber nicht nur im Milli- und Mikrobereich ab. „So haben wir zum Beispiel auch Geräte für den harten Weltraumeinsatz gebaut, die an der Uni Graz entwickelt wurden und Ende der 80er-Jahre mit auf die russische Raumstation ‚Mir‘ flogen.“ Für den österreichischen Raumfahrer Franz Viehböck baute Ansperger sogar einen Handergometer.


Mit Händen arbeiten, mit den Händen zeichnen

Viele Entwürfe, die Ansperger, Holzapfel und Weilguny für die ForscherInnen und den Lehrbetrieb umsetzen, entstehen nicht am Computer, sondern noch am Reißbrett. „Wir diskutieren über die Aufgabenstellung, zeichnen einen Entwurf, bauen ein erstes Modell und stimmen uns wieder mit den WissenschafterInnen ab und können auch sofort reagieren, wenn etwas nicht passt“, skizziert Ansperger die einzelnen Stationen eines Werkstücks. Physik haben er und seine Kollegen zwar keine studiert, ihr exzellentes Wissen basiert auf langjähriger Erfahrung im Umgang mit Materialien, Maschinen und Werkzeugen. Natürlich dürfen das handwerkliche Geschick und die Gabe, etwas umzusetzen, nicht fehlen.


Großes und kleines Museum
Zu bewundern ist das Können des Feinmechanischen Labors auch in den Räumen des UniGraz@Museums: Für die physikalische Sammlung bauten die Mechaniker einige Exponate eigens für die Ausstellung, darunter eine Wellen- und eine Influenzmaschine. Doch oftmals versuchen sie physikalische Phänomene über ihre Apparaturen einfach und erfolgreich zu erklären. Im Gruppen-, Planungs- und Pausenraum der Werkstätte haben sie ihr eigenes kleines Museum aufgebaut. Hier stehen viele Gerätschaften, allesamt Einzelstücke, die im Laufe der Jahre gefertigt wurden und vielleicht irgendwann einmal als Trophäe oder Geschenk an die Uni-Graz-MitarbeiterInnen überreicht werden.


Fotos: Uni Graz/Tzivanopoulos

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