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Montag, 05.10.2020

Der Blick zur Sonne

Blick zur Sonne, Philippe Bourdin auf Beobachtung in Argentinien; Foto: Miho Janvier ©Dr. Miho Janvier

Blick zur Sonne, Philippe Bourdin auf Beobachtung in Argentinien; Foto: Miho Janvier

Die Korona der Sonne, konstruiert aus drei Einzelbildern, aufgenommen in Argentinien am 2. September 2019; Bild: Philippe Bourdin ©Uni Graz/Bourdin

Die Korona der Sonne, konstruiert aus drei Einzelbildern, aufgenommen in Argentinien am 2. September 2019; Bild: Philippe Bourdin

Neue Forschungsgruppe für rechnergestützte Sonnenphysik beginnt unter Philippe Bourdin

Der Blick zur Sonne ist kein einfacher, denn so nützlich und lebensspendend unser Zentralgestirn auch ist, so gefährlich kann unsere Sonne auch sein. Deshalb sollte man diesen Blick auch vor und nach einer Sonnenfinsternis nicht ungeschützt riskieren! Die Oberfläche der Sonne ist mit ihren ca. 5700 °C selbst schon sehr hell und heiß. Jedoch - und dies gibt der Wissenschaft schon seit Jahrzehnten Rätsel auf - ist die äußere Atmosphäre der Sonne noch bei weitem heißer, nämlich ca. 1-5 Millionen °C. Dort entstehen harte UV-Strahlen und teilweise auch Röntgenstrahlen sowie radioaktive Partikel, die bis auf die Erde treffen können. Zum Glück bewahrt unsere Erd-Atmosphäre uns vor allzu großem Schaden; zumindest solange wir Menschen es vermögen, unseren Schaden in der hoch über uns gelegenen Ozonschicht wieder gut zu machen. Beste Bilder von der Sonne erhält man daher eher aus dem Weltraum, von Satelliten wie der jüngst gestartete "SolarOrbiter" der ESA.

Um die Frage, warum die Korona der Sonne so heiß ist, geht es auch in der jüngst gestarteten Forschungsgruppe von Philippe-A. Bourdin. Der Sonnenphysiker (und Programmierer) hat sein Studium in Zürich, Freiburg und Göttingen absolviert und in seiner Doktorarbeit einschlägige Erfahrungen mit diversen Supercomputern gesammelt. Ab Oktober 2020 führt er eine Arbeitsgruppe, die mittels rechnergestützten Modellen der Sonnenatmosphäre realistische Szenarien in der Korona nachstellen möchte, um daraus zu lernen, wie sich die Korona auf so enorme Temperaturen aufheizen kann, obwohl man sich ja sozusagen von der Energiequelle im Zentrum der Sonne entfernt... Diese Computersimulationen werden schließlich mit echten Beobachtungen der Korona verglichen, siehe die Aufnahme einer Sonnenfinsternis in Argentinien 2019.

Es werden noch weitere Studierende gesucht, welche sich im Rahmen einer eigenständigen Arbeit (z.B. Master) mit dem Thema befassen möchten.

Links:
Mit SolarOrbiter der Sonne entgegen, Vortrag von Philippe Bourdin, siehe ab Minute 30 im Video.
https://www.youtube.com/watch?v=jnP-weHchyQ#30:00

Computer-Simulationen der Korona der Sonne (Englisch).
http://pencil-code.nordita.org/samples/corona/

 

Erstellt von Philippe Bourdin

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