Wir haben unserem Gastforscher - Gregory Kopp - folgende Fragen gestellt:
Was hat Sie ursprünglich dazu bewogen, an die Universität Graz zu kommen?
Das ist ganz einfach – es sind die Menschen. Die Forscher hier sind kreativ, teamfähig und auf ihrem Gebiet auf dem neuesten Stand der Forschung – und zudem langjährige Freunde. Die Mitarbeiter der Universität Graz sind sehr hilfsbereit, und das Welcome Center hat mir bei meinem Umzug hierher sehr geholfen. An der Universität angekommen, fand ich die Energie und Begeisterung der Studierenden ansteckend, und alle im Fachbereich Astro- und Geophysik waren sehr herzlich.
Und Graz selbst ist sehr angenehm. Wo sonst kann man vor die Haustür treten und nach einem 10-minütigen Spaziergang eine Vorstellung in einem so prunkvollen Opernhaus besuchen, während man nach einem 10-minütigen Spaziergang in die andere Richtung auf einer markierten Halbmarathon-Laufstrecke durch Wälder und Felder gelangt?
Sie sind ein sehr sportlicher Typ. Wie halten Sie sich fit?
Ich würde eher sagen, ich bin eher aktiv als sportlich. Ich mag Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Radfahren, Skitouren und Wildwasserkajakfahren. Vor allem für mein seelisches Gleichgewicht laufe ich jeden Morgen 12 oder mehr Kilometer oder fahre ein paar Mal pro Woche auf unseren den Grazer Hausberg Schöckl hinauf. Es gibt sicherlich schlimmere Süchte.
Sie nutzen ein Fahrrad der Universität Graz. Wann haben Sie beschlossen, Österreichs höchsten Berg mit diesem Fahrrad zu bezwingen?
Die Großglockner-Hochalpenstraße schien mir ein Muss bei jeder mehrtägigen Radtour durch Österreich zu sein. Ich habe ihre Haarnadelkurven schon seit Jahren in Reise- und Automagazinen gesehen, aber erst etwa einen Monat vor der Reise habe ich die Route mit angenehm verteilten malerischen Orten für Übernachtungen zusammengestellt.
Ihre Reise führte Sie von Lienz über den Großglockner, durch Saalfelden und Berchtesgaden nach Salzburg, dann weiter nach Mondsee, Attersee, Traunsee und schließlich nach Hallstatt. Was waren die Höhepunkte entlang dieser Route?
Die Aussicht auf die Gipfel vom Fuscher Törl aus war spektakulär; aber zu wissen, dass es von dort bis zur Übernachtung in Zell am See nur noch bergab ging, war in diesem Moment noch schöner!
Die Landschaft war atemberaubend. Besonders gut gefielen mir die Ausblicke vom Fuscher Törl, das Blau des Attersees und die Abgeschiedenheit des malerischen Hallstatt. Aber es sind all die kleinen Dinge dazwischen, die die wahren Höhepunkte der Reise ausmachen: die sanften Felder und die friedlichen Landhäuser mit ihren bunten Blumenkästen; die Menschen, die ein Gespräch mit einem anfangen, weil man mit dem Fahrrad unterwegs ist und nicht mit dem Auto oder dem Zug; die Kameradschaft mit anderen Radfahrern; und die Abenteuer, sich bei der Erkundung neuer Gegenden nicht zu verfahren.
Apropos Strecke: Wie waren die Straßenverhältnisse und wie sicher haben Sie sich unterwegs gefühlt?
Die Radwege sind sehr gut ausgeschildert und leichter zu folgen als die Wegbeschreibungen von Online-Karten. Österreichische Autofahrer sind die fahrradfreundlichsten, die ich je gesehen habe – sie sind gut ausgebildete Fahrer, respektvolle und höfliche Menschen und selbst Radfahrer. (Ich vermute, das Erste, was ich nach meiner Rückkehr in die USA tun werde, ist, von einem Auto angefahren zu werden, während ich davon ausgehe, dass man mir Platz am Straßenrand lässt.)
Eine letzte Frage zu dem Fahrrad der Universität Graz: Wie zufrieden waren Sie damit?
Ich bin rundum zufrieden damit. Diese Uni-Graz-Fahrräder sind Teil eines tollen Programms zur Verkehrsentlastung, das die Uni anbietet. Die Fahrräder sind mit allem ausgestattet, was man im Alltag braucht, wie zum Beispiel einem Gepäckträger, Beleuchtung, einem Ständer, Schutzblechen, einem Schloss, einem Sattelbezug und genügend Gängen, um regelmäßig den Schöckl hinaufzufahren. Und bisher habe ich erst einen Satz Bremsbeläge verschlissen.